DIE ZEIT
Während anderswo manche Kirche schließt, bauen Leipzigs Katholiken eine neue – mitten in die pulsierende Stadt
von Ralf Geissler
(...) Anfang des Jahres forderte die Kirche Architekturbüros auf, Entwürfe zu schicken. Acht sind in der letzten Runde. Am kommenden Montag wird sich Lothar Vierhock mit 14 weiteren Preisrichtern über Skizzen beugen und einen Favoriten wählen. Über die Modelle verrät er nur: Das Gebäude soll nach ökologischen Kriterien errichtet werden. Die Gemeinde wünscht eine Kirche, die schonend ist für die Schöpfung.
Nicht öko, aber ebenfalls modern ist die Pfarrkirche Sankt Pius X. in Hohenstein- Ernstthal von 1996 – der bislang letzte große katholische Neubau in Sachsen. Das schmale Sichtbetongebäude steht wie eine riesige Siliziumscheibe am Feldrand. »Es hat keinen Bezug zur dörflichen Struktur und wirkt überdimensioniert«, kritisiert Theologe Marcus Nitschke. »Die Kirche fügt sich nicht ein.« Nitschke arbeitet beim Berliner Architekturbüro D:4, das sich auf die Umgestaltung ungenutzter Kirchen spezialisiert hat. Bei einem Neubau sieht er die größte Gefahr, dass er ein Fremdkörper in der Stadt bleibt. Nitschke mahnt: »Eine Kirche darf nicht nur der Selbstverwirklichung der Architekten und des Pfarrers dienen.« (...)
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DIE ZEIT 03.12.2009
Während anderswo manche Kirche schließt, bauen Leipzigs Katholiken eine neue – mitten in die pulsierende Stadt
von Ralf Geissler
(...) Anfang des Jahres forderte die Kirche Architekturbüros auf, Entwürfe zu schicken. Acht sind in der letzten Runde. Am kommenden Montag wird sich Lothar Vierhock mit 14 weiteren Preisrichtern über Skizzen beugen und einen Favoriten wählen. Über die Modelle verrät er nur: Das Gebäude soll nach ökologischen Kriterien errichtet werden. Die Gemeinde wünscht eine Kirche, die schonend ist für die Schöpfung.
Nicht öko, aber ebenfalls modern ist die Pfarrkirche Sankt Pius X. in Hohenstein- Ernstthal von 1996 – der bislang letzte große katholische Neubau in Sachsen. Das schmale Sichtbetongebäude steht wie eine riesige Siliziumscheibe am Feldrand. »Es hat keinen Bezug zur dörflichen Struktur und wirkt überdimensioniert«, kritisiert Theologe Marcus Nitschke. »Die Kirche fügt sich nicht ein.« Nitschke arbeitet beim Berliner Architekturbüro D:4, das sich auf die Umgestaltung ungenutzter Kirchen spezialisiert hat. Bei einem Neubau sieht er die größte Gefahr, dass er ein Fremdkörper in der Stadt bleibt. Nitschke mahnt: »Eine Kirche darf nicht nur der Selbstverwirklichung der Architekten und des Pfarrers dienen.« (...)
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DIE ZEIT 03.12.2009
