DIE WELT
Immer mehr Gotteshäuser in Deutschland müssen verkauft werden, doch eine Umnutzung ist schwierig und kostspielig
Von Susanne Osadnik
70 Prozent der evangelischen Gotteshäuser und mehr als 90 Prozent der katholischen Kirchen stehen unter Denkmalschutz, was ihre Umnutzung reichlich einschränkt. Ein Problem, mit dem sich der Berliner Theologe Marcus Nitschke vom Architekten- und Planungsbüro D:4 schon seit mehr als zehn Jahren herumschlägt.
„Aus Sicht der Denkmalpflege sind große Räume schützenswert", so Nitschke. „Das macht natürlich eine Umnutzung sehr schwierig." Ob Jugendkultur- oder Theaterkirche - viele Projekte seien an den Auflagen oder spätestens an den horrenden Kosten gescheitert, die mit einer Umnutzung einhergehen.
So wie die Hamburger Bugenhagenkirche: Für sechs Mio. Mark in den späten Neunzigerjahren umgebaut und mit Theatersaal und Café ausgestattet, sollte sie laut Hochglanzbroschüre „gut gerüstet ins neue Jahrtausend gehen". Tatsächlich ging sie 2003 Pleite. Die jährlichen Kredite in Höhe von 40 000 Euro fraßen einen Großteil des Gemeindeetats auf. (…)
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DIE WELT 19.12.2009
Immer mehr Gotteshäuser in Deutschland müssen verkauft werden, doch eine Umnutzung ist schwierig und kostspielig
Von Susanne Osadnik
70 Prozent der evangelischen Gotteshäuser und mehr als 90 Prozent der katholischen Kirchen stehen unter Denkmalschutz, was ihre Umnutzung reichlich einschränkt. Ein Problem, mit dem sich der Berliner Theologe Marcus Nitschke vom Architekten- und Planungsbüro D:4 schon seit mehr als zehn Jahren herumschlägt.
„Aus Sicht der Denkmalpflege sind große Räume schützenswert", so Nitschke. „Das macht natürlich eine Umnutzung sehr schwierig." Ob Jugendkultur- oder Theaterkirche - viele Projekte seien an den Auflagen oder spätestens an den horrenden Kosten gescheitert, die mit einer Umnutzung einhergehen.
So wie die Hamburger Bugenhagenkirche: Für sechs Mio. Mark in den späten Neunzigerjahren umgebaut und mit Theatersaal und Café ausgestattet, sollte sie laut Hochglanzbroschüre „gut gerüstet ins neue Jahrtausend gehen". Tatsächlich ging sie 2003 Pleite. Die jährlichen Kredite in Höhe von 40 000 Euro fraßen einen Großteil des Gemeindeetats auf. (…)
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DIE WELT 19.12.2009
